In vielen Ländern stehen Frauen an der Spitze der Klimabewegung. Internationale Bekanntheit erlangten zum Beispiel Luisa Neubauer in Deutschland oder Marinel Ubaldo, eine der berühmtesten Aktivist:innen der Philippinen. Oder Oladosu Adenike, die nicht nur in Nigeria die Fridays-for-Future Bewegung, sondern auch die panafrikanische Klimabewegung gründete.
Ob als Sprecherin für Klimaschutz oder als Bäuerin, die lernt, wie sie trotz Dürren durch neue Anbautechniken wieder erfolgreich Landwirtschaft betreiben kann. Frauen sind starke Klima-Akteur:innen – ihre Möglichkeiten für den Schutz unseres Planeten einzutreten müssen ausgebaut werden.
Frauen und Mädchen im globalen Süden als Leidtragende der Klimakrise
Die Klimakrise ist für alle Menschen spürbar. Die Betroffenheit aber regional und für bestimmte Gruppen sehr unterschiedlich. Länder des Globalen Südens sind von klimatischen Veränderungen besonders betroffen. Und es sind vor allem Frauen und Mädchen, auf die sich die negativen Konsequenzen der Erderhitzung noch stärker auswirken. Zum Beispiel wird Wasserholen, das meist in der Verantwortung von Frauen und Mädchen liegt, noch beschwerlicher. Immer weitere Wege müssen zurückgelegt werden. Somit bleibt ihnen beispielsweise weniger Zeit für landwirtschaftliche Arbeiten oder Mädchen können nicht zur Schule gehen. Auch kommt es auf den Wegen immer wieder zu Übergriffen, lange Wege erhöhen also auch diese Gefahr. Projekte zur Wasserversorgung durch Brunnen und Regenwassertanks verbessern die Lebensbedingungen aller, insbesondere von Frauen. Auch ermöglichen sie Kleinbauernfamilien trotz Klimakrise weiterhin in ihrer Heimat leben zu können. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen wirkt wiederum der Bodenerosion, und somit dem Klimawandel, entgegen.
Geschlechterungleichheit kann im Katastrophenfall tödlich sein
Durch die Klimakrise kommt es häufiger zu Extremwetterereignissen, die lokal oft Katastrophenszenarien auslösen. Gerade in Katastrophenfällen wird uns vor Augen geführt, was Benachteiligung von Frauen bedeuten kann – und dass sie dringend überwunden werden muss. Denn Frauen sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Naturkatastrophen, beispielsweise weil sie Warnungen oft erst später erreichen, sie seltener schwimmen können, seltener Zugang zu Autos haben oder sich auf der Flucht um die Angehörigen kümmern.
Frauen müssen an der Entwicklung von Klimalösungen beteiligt sein
Diese Beispiele machen deutlich: Frauen müssen bei Entscheidungen zur Umweltpolitik teilhaben. Sie müssen von Beginn an einbezogen werden und ihre Erfahrungen, Expertisen und Bedürfnisse einbringen.
Bezüglich der Teilhabe in Gremien gibt es noch riesengroßen Veränderungsbedarf. Das wurde auch auf der Klimakonferenz 2024 in Aserbaidschan sehr deutlich: Nur 34 Prozent der nationalen Delegierten waren weiblich und nur 2 Prozent der Delegationen erreichten ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Das ist nur eines der mahnenden Beispiele. Erst wenn die umweltpolitische Mitsprache von Frauen garantiert ist, werden die Bereiche, die Frauen direkt betreffen, ausreichend berücksichtigt.
Brot für die Welt Klimaprojekte sind maßgeblich von Frauen mitgestaltet
In der Projektarbeit von Brot für die Welt wird Gleichberechtigung stets mitgedacht. Unsere Klimaprojekte in Vietnam, Laos und Äthiopien legen einen besonderen Fokus auf die Beteiligung von Frauen. So sind Frauen beispielsweise zentrale Akteurinnen der Mangrovenaufforstung in Vietnam: Sie sind in den Waldschutzgruppen vertreten, konstruieren Wellenbrecher für den Mangrovenschutz, pflanzen Mangroven, entwickeln partizipative Verfahren und beraten Communities. Zudem erwirtschaften Frauen Einkommen in neuen Bereichen, produzieren und vermarkten Honig oder züchten Krabben.
Sind Chancen und Mitsprache gerechter verteilt, profitieren alle Mitglieder der Gesellschaft. Beschneiden wir die Möglichkeiten von Frauen als Klima-Akteur:innen, geht das zu Lasten unseres gesamten Planeten und aller Bewohner:innen.